Explosion im Zentrum Athens
Am Gebäude des
griechischen Finanzministerium ist schwerer
Schaden entstanden. Die Polizei geht von einem Terroranschlag aus.
Eine heftige Bombenexplosion
hat am Montagmorgen die Innenstadt von Athen erschüttert und drei
Menschen leicht verletzt. Die Detonation ereignete sich in der Nähe
eines großen Postamtes am Syntagma-Platz, allerdings außerhalb der
Öffnungszeit. Mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt, in einigen Häusern
gingen Fensterscheiben zu Bruch.
Die Polizei erklärte,
der Sprengsatz sei offenbar in einem Behälter auf einem Motorrad
versteckt gewesen. Die Explosion dürfte per Zeitzünder ausgelöst
worden sein. In der Nähe stehende Gasflaschen auf einer Baustelle
explodierten entgegen ersten Berichten nicht. Wenige Minuten vor
der Explosion gingen zwei Warnanrufe bei einer Athener Zeitung ein.
Der Anrufer erklärte, der Anschlag gelte dem Wirtschaftsministerium.
Dieses liegt in der Nähe des Anschlagsortes, wurde aber nicht beschädigt.
Die Polizei riegelte den Tatort ab.
"Die Leute,
die diese Anschläge verüben, schaden ihrem Land", sagte Arbeitsminister
Panos Panayiotopoulos dem Fernsehsender Alpha. "Griechenland
ist ein friedliches Land, der Anschlag schadet diesem Ansehen."
Im Juni war das
Arbeitsministerium Ziel eines Anschlags. Das Gebäude wurde schwer
beschädigt, Verletzte gab es damals nicht. Eine Gruppe namens Revolutionärer
Kampf bekannte sich damals zu der Tat und erklärte, diese richte
sich gegen die geplanten Arbeitsmarktreformen der Regierung.
Auf dem Syntagma-Platz
finden häufig Demonstrationen statt. Griechenland steht eine Protestwoche
gegen die von der Regierung geplanten Reformen im öffentlichen Dienst
bevor. Für Mittwoch rief der einflussreiche Gewerkschaftsbund GSEE
zum Generalstreik auf. Weitere Streiks im Gesundheits- und Bildungswesen
sowie bei öffentlichen Verkehrsbetrieben werden im Laufe der Woche
erwartet. Bereits im vergangenen Monat waren zehntausende Menschen
gegen die Regierungspolitik in Athen auf die Straßen gegangen. Der
Anschlag könnte aber auch im Zusammenhang mit der Aufnahme eines
Berufungsverfahrens gegen Mitglieder der Untergrundorganisation
"17. November" Anfang Dezember stehen. (Ag.)
diepresse.com
12.12.2005
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