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Jungle World 38 - 10. September 2003
 

Nachrichten

Olympische Störung

Griechenland. Die griechische Regierung hatte angekündigt, die Gefahr von hausgemachtem Terrorismus spätestens ein Jahr vor Beginn der Olympischen Spiele am 13. August 2004 in Athen beseitigt zu haben. Dies ist ihr nicht gelungen: In der Nacht zum vergangenen Freitag explodierten zwei Bomben auf dem Gerichtsgelände der griechischen Hauptstadt. Eine bislang unbekannte Gruppe "Revolutionärer Kampf" bekannte sich zu der Tat. Die Polizei vermutet, dass es sich um Sympathisanten der militanten Untergrundorganisation 17. November handelt. Am Vortag war deren mutmaßlicher Mastermind , Alexandros Yiotopoulos , in einem speziell eingerichteten Gerichtssaal in einem Athener Hochsicherheitsgefängnis vernommen worden. Yiotopoulos , der letztes Jahr festgenommen wurde, bezeichnete die Anklagen als fabriziert. Die Verhandlungen gehen bereits in den siebten Monat, ein Urteil wird für Oktober erwartet. Den Staatsanwälten ist es aber bisher nicht gelungen, ihn direkt mit einem Verbrechen in Verbindung zu bringen. Der Angeklagte räumte allerdings ein, ein erfahrener Bombenbauer zu sein. Erworben habe er diese Fertigkeit während einer Serie von Attentaten zur Zeit der Militärdiktatur in Griechenland. Falls es der Justiz nicht gelingen sollte, Yiotopoulos zu verurteilen, wäre dies ebenfalls ein ernsthafter Schlag für die Athener Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele.