Veranstaltung
Prozess gegen ELA
Prozess gegen 17.November
Haftbedingungen
Solidarität
Staat&Repression
Presse
Erklärungen
Fotos und Plakate
Hintergrund
Aktuelles
Europäisches Sozialforum
in Athen 2006


MAIL

Gladio

Gladio (vom lateinischen Wort für Schwert) war der Name einer Geheimoperation von NATO und CIA während des Kalten Krieges. Besonders in Italien aber auch in anderen europäischen Ländern wurden Schläfer ausgebildet, die im Falle einer Besetzung des Landes durch Truppen des Warschauer Vertrags Guerillaoperationen und Sabotage durchführen sollten (sogenannte "stay-behind"-Operationen). Zu diesem Zweck wurden geheime, illegale Waffendepots angelegt. Die Mitglieder von Gladio wurden unter anderem aus militärischen Spezialeinheiten, Geheimdienstkreisen und Rechtsextremisten rekrutiert, letztere teilweise mit bekanntem kriminellem Hintergrund.

In Italien war der Einsatz von Gladio auch für den möglichen Fall einer demokratischen Regierungsübernahme durch die Kommunistische Partei Italiens gedacht, die zeitweilig die stärkste Partei im italienischen Parlament war.

Siehe dazu auch Operation Demagnetize der CIA in Italien und Frankreich sowie die sogenannte Strategie der Spannung in Italien.

Der genaue Umfang der Operation ist bis heute ungeklärt. Ebenso ist unbekannt, ob sie nach dem Ende des Kalten Kriegs vollständig eingestellt wurde und was mit der gelagerten Ausrüstung passiert ist. Eine offizielle Aufarbeitung hat bis heute (2005) in keinem der beteiligten Länder stattgefunden.

Der Historiker und Gladio-Forscher Dr. Daniele Ganser sagte in einem Interview: "(...) arbeiteten in anderen Ländern dieselben Organisationen mit Verbrechern und Terroristen zusammen, um Attentate zu verüben, welche der Manipulation der Bevölkerung dienen sollten. In Italien geschah dies, offenbar auch in Frankreich, in der Türkei, auch in Deutschland und Belgien. In Griechenland war die Geheimarmee in den Militärputsch von 1967 verwickelt. Es war nicht die Ausnahme, sondern die Regel. In 8 von 15 Staaten wurden die "Stay-behind"-Truppen gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt. Dies war möglich, da die Untergrundgruppen nicht vom Parlament kontrolliert wurden und die Bürger nichts von den Geheimarmeen wussten."

Der Öffentlichkeit erstmals bekannt wurde Gladio, als der damalige italienische Ministerpräsident Giulio Andreotti am 3. August 1990 im Rahmen einer Parlamentsanfrage die Existenz einer "Operation Gladio" des militärischen Geheimdienstes SISMI bestätigte. Im Oktober des selben Jahres gab er unter dem Druck der an die Öffentlichkeit gekommenen Briefe des von den Roten Brigaden entführten und ermordeten Politikers Aldo Moro zu, dass die Operation entgegen seiner ursprünglichen Aussagen noch bis in die späten 70er Jahre lief und dass die NATO maßgeblich an der illegalen Operation beteiligt war.

Literatur

Leo A. Müller, Werner Raith (Hrsg.): Gladio, das Erbe des Kalten Krieges. Der NATO-Geheimbund und seine deutschen Vorläufer. Rowohlt, Reinbek 1991, ISBN 3499129930

Daniele Ganser: Nato's Secret Armies: Operation Gladio and Terrorism in Western Europe. Frank Cass, London 2005, ISBN 0714685003

Von " http://de.wikipedia.org/wiki/Gladio"