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Ak Nr. 36-1973-nov-die kämpfe am Anfang
dieses Jahres
Die Kaempfe am Anfang dieses Jahres
Die Aktionen der griechischen Arbeiter und Studenten
in diesen Tagen gegen das faschistische Militär - Regimes kündigten
sich bereits an in den Kämpfen der Athener Studenten von Januar
bis März dieses Jahres.
Um diese Kämpfe zu verstehen, muß
man kurz auf die politischen Bedingungen eingehen, unter denen sich
das Studium an den griechischen Universitäten seit dem Militär
- Putsch vom April 67 abwickelt:
-
Einführung eines Fragebogens, in dem
die Studenten ihre Unterwürfigkeit gegenüber dem Regime
dokumentieren mußten. Die erzwungenen Erklärungen
betreffen auch Verwandte des Befragten und Drittpersonen, erzwingen
Zustimmung zu den "von der Geschichte diktierten Bedingungen"
(d.h. zur Diktatur der faschistischen Militärs), verlangen
glühende Bekenntnisse zum "Christlichen Abendland"
und schließen zynischerweise mit einer Klausel, daß
der Fragebogen in vollster Meinungsfreiheit ausgefüllt
und unterschrieben wurde.
Am 15. Januar dieses Jahres begann an der Technischen
Hochschule in Athen ein Streik der Ingenieur- Studenten, um gegen
die Schaffung privater Universitäten (vor allem im Interesse
von US- Konzernen) zu protestieren. Die Junta machte in dieser Frage
ein Zugeständnis , ohne damit die Entwicklung der antifaschistischen
Studentenbewegung noch bremsen zu können. Die Aktionen der
Studenten weiteten sich aus, es kam zu Demonstrationen gegen die
faschistische Unterdrückung an den Universitäten. Die
Polizei verstärkte den Terror, verhaftete täglich Studenten
und verschleppte sie in ihre Gefängnisse und Folterkammern.
Am 12. Februar erließ die Junta ein Gesetzt,
mit dem die Studentenbewegung blockiert werden sollte: Jeder streikende
Student verliert den Aufschub zur Ableistung der Militärpflicht
und kann sofort eingezogen werden.
Damit erreichte die Junta ihr Ziel jedoch nicht.
Am 14. Februar versammelten sich mehrere tausend Studenten im Hof
der Technischen Hochschule und riefen: "Nieder mit der Junta"
- Die Professoren solidarisierten sich mit der Forderung der Studenten
nach Aufhebung des Militärgesetzes. Es gab die ersten Knüppel
- Einsetze der Polizei.
Am 16. Februar erklärten sich die Studenten
anderer Fakultäten mit dem Kampf der Studenten der Technischen
Hochschule solidarisch. Die Studenten der Juristischen Fakultät
besetzten ihr Universitätsgebäude und riefen Parolen wie
"Griechenland - Land der Gefangenen " und "Freiheit
oder Tod". Am Nachmittag durchbrachen die Studenten die Polizei
- Einkreisung um das von ihnen besetzte Gebäude und formierten
sich zu einer Demonstration.
Am 20. Februar befand sich die gesamte Technische
Hochschule, die Juristen, die Mediziner und die Geisteswissenschaftliche
Fakultät im Streik. Am Abend wurden zahlreiche Studenten verhaftet.
Am 21. Februar besetzten etwa 4000 Studenten
das Gebäude der Juristischen Fakultät. Sie forderten die
Freilassung ihrer verhafteten Kommilitonen und die Aufhebung des
Militärgesetzes. Am nächsten Tag räumten sie das
Gebäude wieder - die Junta hatte ihnen zugesagt: keine Verhaftungen,
und innerhalb von 10 Tagen eine Antwort der zuständigen Behörden
auf die studentischen Forderungen.
Am Abend desselben Tages, also am 22. Februar,
erlebte Athen die erste große Demonstration seit 1967. zusammen
mit Arbeitern und Angestellten demonstrierten die Studenten - zusammen
mehr als 10 000 Menschen - unter den Rufen "Nieder mit der
Junta!" und " Nieder mit dem Faschismus!"
Die Zeitungen wurden mit einer generellen Nachritensperre
über die "Unruhen" gegen die Junta belegt. Es gab
sehr viele Verhaftungen; viele Studenten, die bei den Demonstrationen
aufgefallen waren, "verschwanden" in den Gefängnissen
und Folterkammern der Junta. In verschiedenen griechischen Städten
fanden Solidaritätsdemonstrationen statt, die ebenfalls von
der Polizei niedergeknüppelt wurden.
Am 20. März gab es noch mal einen Aufschwung
der Studentenbewegung : etwa 1 500 Studenten besetzten erneut die
Juristische Fakultät. Am Abend wurde das besetzte Gebäude
von der Polizei mit äußerster Brutalität "geräumt".
Am 28. März beendeten die Studenten ihren Streik.
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