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in Athen 2006


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Ak Nr. 36-1973-nov-die kämpfe am Anfang dieses Jahres

Die Kaempfe am Anfang dieses Jahres

Die Aktionen der griechischen Arbeiter und Studenten in diesen Tagen gegen das faschistische Militär - Regimes kündigten sich bereits an in den Kämpfen der Athener Studenten von Januar bis März dieses Jahres.

Um diese Kämpfe zu verstehen, muß man kurz auf die politischen Bedingungen eingehen, unter denen sich das Studium an den griechischen Universitäten seit dem Militär - Putsch vom April 67 abwickelt:

  • Nach dem Putsch gingen die Militärs mit verschiedenen Maßnahmen gegen die demokratischen Studenten und Professoren vor:

  • Einführung eines Fragebogens, in dem die Studenten ihre Unterwürfigkeit gegenüber dem Regime dokumentieren mußten. Die erzwungenen Erklärungen betreffen auch Verwandte des Befragten und Drittpersonen, erzwingen Zustimmung zu den "von der Geschichte diktierten Bedingungen" (d.h. zur Diktatur der faschistischen Militärs), verlangen glühende Bekenntnisse zum "Christlichen Abendland" und schließen zynischerweise mit einer Klausel, daß der Fragebogen in vollster Meinungsfreiheit ausgefüllt und unterschrieben wurde.

  • Eine Reihe von "Notstandsgesetzen setzte die inneruniversitäre Beschlußfassung außer Kraft.

  • Die Universitäten wurden von demokratischen Lehrkräften "gesäubert". Der Erziehungsminister der Junta erhielt z.B. das Recht, mißliebige Lehrkräfte durch einfachen Erlaß abzuberufen.

  • Die Universitäten wurden mit einem ganzen Herr von Spitzeln und Provokateuren der Junta überschwemmt, die meist im Besitz falscher Studentenausweise sind.

Am 15. Januar dieses Jahres begann an der Technischen Hochschule in Athen ein Streik der Ingenieur- Studenten, um gegen die Schaffung privater Universitäten (vor allem im Interesse von US- Konzernen) zu protestieren. Die Junta machte in dieser Frage ein Zugeständnis , ohne damit die Entwicklung der antifaschistischen Studentenbewegung noch bremsen zu können. Die Aktionen der Studenten weiteten sich aus, es kam zu Demonstrationen gegen die faschistische Unterdrückung an den Universitäten. Die Polizei verstärkte den Terror, verhaftete täglich Studenten und verschleppte sie in ihre Gefängnisse und Folterkammern.

Am 12. Februar erließ die Junta ein Gesetzt, mit dem die Studentenbewegung blockiert werden sollte: Jeder streikende Student verliert den Aufschub zur Ableistung der Militärpflicht und kann sofort eingezogen werden.

Damit erreichte die Junta ihr Ziel jedoch nicht. Am 14. Februar versammelten sich mehrere tausend Studenten im Hof der Technischen Hochschule und riefen: "Nieder mit der Junta" - Die Professoren solidarisierten sich mit der Forderung der Studenten nach Aufhebung des Militärgesetzes. Es gab die ersten Knüppel - Einsetze der Polizei.

Am 16. Februar erklärten sich die Studenten anderer Fakultäten mit dem Kampf der Studenten der Technischen Hochschule solidarisch. Die Studenten der Juristischen Fakultät besetzten ihr Universitätsgebäude und riefen Parolen wie "Griechenland - Land der Gefangenen " und "Freiheit oder Tod". Am Nachmittag durchbrachen die Studenten die Polizei - Einkreisung um das von ihnen besetzte Gebäude und formierten sich zu einer Demonstration.

Am 20. Februar befand sich die gesamte Technische Hochschule, die Juristen, die Mediziner und die Geisteswissenschaftliche Fakultät im Streik. Am Abend wurden zahlreiche Studenten verhaftet.

Am 21. Februar besetzten etwa 4000 Studenten das Gebäude der Juristischen Fakultät. Sie forderten die Freilassung ihrer verhafteten Kommilitonen und die Aufhebung des Militärgesetzes. Am nächsten Tag räumten sie das Gebäude wieder - die Junta hatte ihnen zugesagt: keine Verhaftungen, und innerhalb von 10 Tagen eine Antwort der zuständigen Behörden auf die studentischen Forderungen.

Am Abend desselben Tages, also am 22. Februar, erlebte Athen die erste große Demonstration seit 1967. zusammen mit Arbeitern und Angestellten demonstrierten die Studenten - zusammen mehr als 10 000 Menschen - unter den Rufen "Nieder mit der Junta!" und " Nieder mit dem Faschismus!"

Die Zeitungen wurden mit einer generellen Nachritensperre über die "Unruhen" gegen die Junta belegt. Es gab sehr viele Verhaftungen; viele Studenten, die bei den Demonstrationen aufgefallen waren, "verschwanden" in den Gefängnissen und Folterkammern der Junta. In verschiedenen griechischen Städten fanden Solidaritätsdemonstrationen statt, die ebenfalls von der Polizei niedergeknüppelt wurden.

Am 20. März gab es noch mal einen Aufschwung der Studentenbewegung : etwa 1 500 Studenten besetzten erneut die Juristische Fakultät. Am Abend wurde das besetzte Gebäude von der Polizei mit äußerster Brutalität "geräumt". Am 28. März beendeten die Studenten ihren Streik.