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Angehörigen
Info Nr. 291- 26.10.2004
Ein
Stück Himmel erkämpft
Hungerstreik
der politischen Gefangenen nach Teilerfolg beendet
Mit der Aussicht auf weitere
Verbesserungen ihrer Haftbedingungen beendeten sieben der acht
hungerstreikenden politischen Gefangenen in Griechenland am Montag
ihre Protestaktion. Zuvor waren auf Anweisung des griechischen
Justizministers das Dach und der obere Teil der Mauer des Hofes
entfernt worden, auf dem die Gefangenen ihren "Freigang"
durchführen. Stellvertretend für alle erklärte Dimitris Koufontinas
das Ende des Hungerstreiks nach 31 Tagen mit ersten Anzeichen für
das Einlenken des Justizministeriums: "Mit der Hilfe all derer,
die solidarisch zu uns standen, haben wir dem griechischen Volk
die Wahrheit über die Haftbedingungen der politischen Gefangenen
vor Augen geführt."
Seit Beginn des Hungerstreikes
am 18. September hatte die Linke in Griechenland fast täglich auf
die Situation der politischen Gefangenen aufmerksam gemacht. Die
Bandbreite der Aktionen reichte von Kundgebungen und Demonstrationen
in mehreren Städten des Landes über Parolen auf Hauswänden und
Bussen des öffentlichen
Nahverkehrs bis hin
zu Attacken mit Molotow-Brandsätzen gegen Banken und Einrichtungen
des griechischen Staates.
In den letzten Tagen, als
der Zustand einiger Hungerstreikenden kritisch wurde, mehrten sich
auch kritische Stimmen aus dem bürgerlich-demokratischen Spektrum.
Sprecher der linken Oppositionsparteien, Intellektuelle sowie die
Anwaltskammer Athens bezeichneten die "Sonderhaftbedingungen"
für die politischen Gefangenen als unmenschlich und unvereinbar
mit dem Gesetz. In einer öffentlichen Erklärung weigerte sich die
Ärztekammer Athens, der Forderung der Staatsanwaltschaft nach Zwangsernährung
der ins Krankenhaus eingelieferten Gefangenen nachzukommen.
Für Gianna Koutrovik, Anwältin
von Dimitris Koufontinas, reichen die jetzigen Zugeständnisse
des Justizministers nicht aus: "Die wichtigste Forderung nach
Aufhebung der Isolation der Gefangenen wurde nicht erfüllt".
Die in mittlerweile fünf
Gefängnissen zur Verbesserung der Haftbedingungen und aus Solidarität
mit den "Politischen" begonnenen Proteste dauern an.
Heike Schrader, Athen
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