Revolutionäre Gruppe der internationalen
Solidarität "Christos Kasimis"
Unterstützung für den Hungerstreik
der Kämpfer der RAF!
Aktion Erklärung zur Aktion gegen die
Deutsche Botschaft
Die
Anwendung jeder Art von Gewalt gegen den deutschen ist gerechtfertigt
und eine tiefe humanitäre Tat . Sie ist Selbstverteidigung
gegen kapitalistische Brutalität
und ein inneres Bedürfnis des Menschen sich gegen ihre Verbrechen
zu wehren.
Die
Genossen der RAF stoßen täglich an die Grenzen ihres Lebens. Gegen
sie wird eine für den menschlichen Verstand unglaubliche Folter
eingesetzt:
Schläge,
Zwangsernährung, Trinkwasserentzug , mit Gewalt vorgenommene
gynäkologische Untersuchungen, ständige Durchsuchung bis auf die
Haut, Zwangsnarkose, mehrtägige Fesselung auf Pritschen, Schlafentzug,
totaler Einschluss über Jahre ohne eine Minute Hofgang, Bunker,
Lichtentzug, Abschneiden der Briefkontakte, Razzien, Transport mit
nackten Körper, Zwangspsychatrie .
Der
Hungerstreik der Genossen aus der RAF ist das Verlangen nach Respektierung
der einfachsten menschlichen Rechte. Sie verlangen "Haftbedingungen,
wie sie in den Genfer Konventionen als Mindestgarantie gegen Folter
und Vernichtung für Kriegsgefangene festgehalten sind: -Zusammenlegung
mit den Gefangenen aus dem Widerstand und allen kämpfenden Gefangenen,
- Abschaffung der Einzel- und Kleingruppenisolation und der akustischen
und optischen Ausforschung und Kontrolle, - Aufhebung der Kommunikationssperre:
Besuche, Briefe, Bücher, freie politische Diskussion und Information."
Der
antimilitaristische Kampf in Europa
Die
Genossen der RAF kämpfen gegen die Absicht der Bourgeoisie, das
Proletariat zu Kanonenfutter zu machen, wie Liebknecht und Luxenburg.
Trotz ihrer Totalisolation, trotz des fürchterlichen starken Drucks
der bürgerlichen Meinung, des inhaltsleeren Geredes vom Terrorismus,
und noch mehr trotz der Sozialchauvinisten und der pazifistischen
Verbeugungen der Linken und gewisser Leute der "äußersten" Linken
bleibt der Kampf der RAF ein wichtiges Resultat des internationalen
Klassenkampfes. Unsere Einheit mit RAF, Aktion Directe und den belgischen Kommunistischen Zellen wird noch
zu weiteren wichtigen Ergebnissen führen. Die Einheit der europäischen
revolutionären Kräfte ist die stärkste Bedrohung der europäischen
Militaristen .
Es
hat sich erwiesen, dass die Überzeugungskraft der Aktion ein unerschöpflicher
Quell der Stärke ist. Vielen Genossen der traditionellen Linken
wird immer klarer, dass der antiimperialistische Kampf eine Sache
alltäglicher Gewalt ist und, dass "der Klassenkampf ein Verbrechen
gegen die nationalen Interessen und die Sicherheit des Staates auch
in Friedenszeiten ist". (Rosa Luxenburg).
Die
Artikel und Reden der Pazifisten, die die Aufrüstung nur verdammen,
die symbolischen Friedensmärsche, die wirkungslosen Predigenten
einiger Mini-Führer der äußersten Linken, die sie von einem sicheren
Ort aus über einen "zukünftigen Aufstand des Proletariats gegen
den Krieg" halten, entpuppen sich als verbale Drohung gegenüber
der herrschenden Klasse. "Revolutionäre" oder pazifistische oder
sozialchauvinistische Parolen, die von keinem wirklichen antimilitaristischen
Kampf begleitet werden, verlieren immer mehr ihren Wert. Sie klingen
hohl und haben keine Kraft, die Bevölkerung in Bewegung zu setzen,
ja sie überhaupt zu erreichen. Gefühl- und inhaltsloses Politikergeschwätz
und nivellierendes politisches Zweckdenken zerstören jedes Element
von Spontaneität und Ausbruch in der Friedensbewegung. Wir unterstreichen,
dass die Dialektik der revolutionären Kämpfe stärker ist als die
harte Haltung der Herrschaft.
Die
Perspektive der gesellschaftlichen Guerilla
Pazifisten
in der Linken und in der äußersten Linken verurteilen den antiimperialistischen
Kampf der RAF als den Konflikt eines "Apparates" mit dem Apparat
des Staates außerhalb der Massenbewegung. Diese Führer - Spezialisten
der "Systematisierung" des Marxismus - tun im Wesentlichen nichts
mehr, als sich den pazifistischen Illusionen der am meisten zurückgebliebenen
Schichten der Arbeiter und Kleinbürger zu beugen. All die Mystifizierung
das das Gerede von "Terrorismus" seitens der Linken verstärken zusammen
mit jeder Art polizeilicher Drehbücher die konservative, friedliche
und schön routinemäßige Misere des Arbeiters. Auch wenn die menschliche
Natur und die psychische Belastung ihn zur bewaffneten Aktion drängen,
entwaffnen ihn der Unsinn von "Terror eines Apparates", die Mystifizierung
des Staates, die Presse und die "marxistischen" Führer. Sein Elend
setzt sich fort und wird damit erneut zu einem Argument des "Marxisten".
So nähern sich der Konservatismus der "Massen" und der der Führer
gegenseitig.
Der
heroische Tod des Genossen Ch. Kasimis
am 20. Oktober 1977, den Höhepunkt der aktiven Solidarität mit der
RAF, erhält heute durch das Zusammengehens unserer Kräfte mit denen
von RAF, Aktion Directe und der Kämpfenden
Kommunistischen Zellen in Belgien seine wirklich Bedeutung.
So
steigt auch in Griechenland die gesellschaftliche
Guerilla auf eine höhere Stufe.
Der
Klassenhass ist ein tiefes menschliches Gefühl, er lässt sich nicht
in Gesetzmäßigkeiten fassen.
Die
äußerste Linke, verstrickt in parlamentarische Institutionen, hat
sich im Wesentlichen nicht von PASOK und KKE abgesetzt und war so
unfähig, den Klassenkampf Ausdruck zu geben. Was 1974 in Griechenland
nicht zu sehen war, kann man im Griechenland von 1985 sehen. Die
äußerste Linke, die in der Illegalität geboren wurde, stirbt sehr
schnell im parlamentarischen Loyalismus,
den sie sich selbst zum Aktionsfeld gewählt hat, Vereinzelte kämpferische
Demonstrationen wie im Mai 1976 oder im November 1980 ändert nicht
am Gesamtbild. Ein Le Pen macht noch nicht den Frühling!
Aber
im Ghetto der schmutzigen Städte werden die arbeitslosen Jugendlichen
immer mehr wächst und täglich
die explosive psychische Belastung, die Wut und die "Paranoia" der
Jugend. Die Drohung neuer Barrikaden und neuer Brixton
wird immer sichtbarer.
Die
wichtigen Auseinandersetzungen liegen noch vor uns. Die Praxis der
gesellschaftlichen Guerilla
wird beständig in die Klassenauseinandersetzungen einfließen. Die
Ausweitung es Lebens gegen die Gesetze und die bewaffnete Selbsthilfe
werden als neue wichtige Möglichkeiten angeeignet werden.
Die
gesellschaftliche Guerilla ist keine trockenes
politisches Schlagwort, sondern revolutionäre Dimension des existierenden
menschlichen Problems. Der Übergang zur illegalen Aktion zerstört
die Grenzen des mechanischen Überlebens und verwirklicht eine revolutionäres
"Sein".
Die gesellschaftliche Guerilla benützt einfache Mittel und Formen, wie sie möglichst
breit zugänglich sind. So kann sie Gewalt auf verschiedenen auf
verschiedenen Ebenen und verschiedenen Bereichen einsetzen. Hauptsächlich
wählt sie ideologische Ziele (politische Parteien, Zeitungen, Universitäten,
Fernsehanstalten, Schulen, Ministerien) und verwandelt sich so in
ein sehr starkes Ausdrucksmittel. Ihre propagandistische Kraft ist
unermesslich.
Die
Entwicklung neuer Auseinandersetzungen ist der Lieferant der bewaffneten
Aktion. Die bewaffneten Initiativen verstärken die Fähigkeit zum
Kämpfen und die wiederum die Guerilla. Es handelt sich um den genau umgekehrten Vorgang
als beim konservativen Pazifismus.
Die gesellschaftliche
Guerilla unterwirft sich nicht den vorgegebenen politischen und
gesellschaftlichen Bedingungen, sondern schafft die Kraft zu deren
Umsturz. Es ist ein vielseitiger und komplexer Vorgang, der über
die Gegenwart hinausreicht. Gewiss - wir sind nur ein kleiner Kern,
aber wir sind uns sicher, dass wir ständig auf neue Fokusse des
bewaffneten Kampfes stoßen werden. Der Pazifismus der traditionellen
Linken, aber auch der der äußersten Linken, ist schon in eine Periode
der unheilbaren Krise eingetreten. Diejenigen, welche die willenlose
Unterwerfung unter den nicht mehr auszuhaltenden Druck der harmonisierenden
"allgemeinen" Meinung verweigern, werden zweifellos die neuen lebendigen
Kräfte des Klassenkampfes sein.
Wir
sollten nicht vergessen, dass alles Neue aus dem Alten entsteht.
Und noch weniger, dass die Menschen mit ihren eigenen Taten die
Gegenwart zur Kritik an der Vergangenheit umwandeln.
"Christos
Kasimis"
Quelle:
Libertad Archiv
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