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in Athen 2006


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Revolutionäre Gruppe der internationalen Solidarität "Christos Kasimis"

Unterstützung für den Hungerstreik der Kämpfer der RAF!

Aktion Erklärung zur Aktion gegen die Deutsche Botschaft

Die Anwendung jeder Art von Gewalt gegen den deutschen ist gerechtfertigt und eine tiefe humanitäre Tat . Sie ist Selbstverteidigung gegen kapitalistische Brutalität   und ein inneres Bedürfnis des Menschen sich gegen ihre Verbrechen zu wehren.

Die Genossen der RAF stoßen täglich an die Grenzen ihres Lebens. Gegen sie wird eine für den menschlichen Verstand unglaubliche Folter eingesetzt:

Schläge, Zwangsernährung, Trinkwasserentzug , mit Gewalt vorgenommene gynäkologische Untersuchungen, ständige Durchsuchung bis auf die Haut, Zwangsnarkose, mehrtägige Fesselung auf Pritschen, Schlafentzug, totaler Einschluss über Jahre ohne eine Minute Hofgang, Bunker, Lichtentzug, Abschneiden der Briefkontakte, Razzien, Transport mit nackten Körper, Zwangspsychatrie .

Der Hungerstreik der Genossen aus der RAF ist das Verlangen nach Respektierung der einfachsten menschlichen Rechte. Sie verlangen "Haftbedingungen, wie sie in den Genfer Konventionen als Mindestgarantie gegen Folter und Vernichtung für Kriegsgefangene festgehalten sind: -Zusammenlegung mit den Gefangenen aus dem Widerstand und allen kämpfenden Gefangenen, - Abschaffung der Einzel- und Kleingruppenisolation und der akustischen und optischen Ausforschung und Kontrolle, - Aufhebung der Kommunikationssperre: Besuche, Briefe, Bücher, freie politische Diskussion und Information."

Der antimilitaristische Kampf in Europa

Die Genossen der RAF kämpfen gegen die Absicht der Bourgeoisie, das Proletariat zu Kanonenfutter zu machen, wie Liebknecht und Luxenburg. Trotz ihrer Totalisolation, trotz des fürchterlichen starken Drucks der bürgerlichen Meinung, des inhaltsleeren Geredes vom Terrorismus, und noch mehr trotz der Sozialchauvinisten und der pazifistischen Verbeugungen der Linken und gewisser Leute der "äußersten" Linken bleibt der Kampf der RAF ein wichtiges Resultat des internationalen Klassenkampfes. Unsere Einheit mit RAF, Aktion Directe und den belgischen Kommunistischen Zellen wird noch zu weiteren wichtigen Ergebnissen führen. Die Einheit der europäischen revolutionären Kräfte ist die stärkste Bedrohung der europäischen Militaristen .

Es hat sich erwiesen, dass die Überzeugungskraft der Aktion ein unerschöpflicher Quell der Stärke ist. Vielen Genossen der traditionellen Linken wird immer klarer, dass der antiimperialistische Kampf eine Sache alltäglicher Gewalt ist und, dass "der Klassenkampf ein Verbrechen gegen die nationalen Interessen und die Sicherheit des Staates auch in Friedenszeiten ist". (Rosa Luxenburg).

Die Artikel und Reden der Pazifisten, die die Aufrüstung nur verdammen, die symbolischen Friedensmärsche, die wirkungslosen Predigenten einiger Mini-Führer der äußersten Linken, die sie von einem sicheren Ort aus über einen "zukünftigen Aufstand des Proletariats gegen den Krieg" halten, entpuppen sich als verbale Drohung gegenüber der herrschenden Klasse. "Revolutionäre" oder pazifistische oder sozialchauvinistische Parolen, die von keinem wirklichen antimilitaristischen Kampf begleitet werden, verlieren immer mehr ihren Wert. Sie klingen hohl und haben keine Kraft, die Bevölkerung in Bewegung zu setzen, ja sie überhaupt zu erreichen. Gefühl- und inhaltsloses Politikergeschwätz und nivellierendes politisches Zweckdenken zerstören jedes Element von Spontaneität und Ausbruch in der Friedensbewegung. Wir unterstreichen, dass die Dialektik der revolutionären Kämpfe stärker ist als die harte Haltung der Herrschaft.

Die Perspektive der gesellschaftlichen Guerilla

Pazifisten in der Linken und in der äußersten Linken verurteilen den antiimperialistischen Kampf der RAF als den Konflikt eines "Apparates" mit dem Apparat des Staates außerhalb der Massenbewegung. Diese Führer - Spezialisten der "Systematisierung" des Marxismus - tun im Wesentlichen nichts mehr, als sich den pazifistischen Illusionen der am meisten zurückgebliebenen Schichten der Arbeiter und Kleinbürger zu beugen. All die Mystifizierung das das Gerede von "Terrorismus" seitens der Linken verstärken zusammen mit jeder Art polizeilicher Drehbücher die konservative, friedliche und schön routinemäßige Misere des Arbeiters. Auch wenn die menschliche Natur und die psychische Belastung ihn zur bewaffneten Aktion drängen, entwaffnen ihn der Unsinn von "Terror eines Apparates", die Mystifizierung des Staates, die Presse und die "marxistischen" Führer. Sein Elend setzt sich fort und wird damit erneut zu einem Argument des "Marxisten". So nähern sich der Konservatismus der "Massen" und der der Führer gegenseitig.

Der heroische Tod des Genossen Ch. Kasimis am 20. Oktober 1977, den Höhepunkt der aktiven Solidarität mit der RAF, erhält heute durch das Zusammengehens unserer Kräfte mit denen von RAF, Aktion Directe und der Kämpfenden Kommunistischen Zellen in Belgien seine wirklich Bedeutung.

So steigt auch in Griechenland die gesellschaftliche Guerilla auf eine höhere Stufe.

Der Klassenhass ist ein tiefes menschliches Gefühl, er lässt sich nicht in Gesetzmäßigkeiten fassen.

Die äußerste Linke, verstrickt in parlamentarische Institutionen, hat sich im Wesentlichen nicht von PASOK und KKE abgesetzt und war so unfähig, den Klassenkampf Ausdruck zu geben. Was 1974 in Griechenland nicht zu sehen war, kann man im Griechenland von 1985 sehen. Die äußerste Linke, die in der Illegalität geboren wurde, stirbt sehr schnell im parlamentarischen Loyalismus, den sie sich selbst zum Aktionsfeld gewählt hat, Vereinzelte kämpferische Demonstrationen wie im Mai 1976 oder im November 1980 ändert nicht am Gesamtbild. Ein Le Pen macht noch nicht den Frühling!

Aber im Ghetto der schmutzigen Städte werden die arbeitslosen Jugendlichen immer mehr wächst  und täglich die explosive psychische Belastung, die Wut und die "Paranoia" der Jugend. Die Drohung neuer Barrikaden und neuer Brixton wird immer sichtbarer.

Die wichtigen Auseinandersetzungen liegen noch vor uns. Die Praxis der gesellschaftlichen  Guerilla wird beständig in die Klassenauseinandersetzungen einfließen. Die Ausweitung es Lebens gegen die Gesetze und die bewaffnete Selbsthilfe werden als neue wichtige Möglichkeiten angeeignet werden.

Die   gesellschaftliche Guerilla ist keine trockenes politisches Schlagwort, sondern revolutionäre Dimension des existierenden menschlichen Problems. Der Übergang zur illegalen Aktion zerstört die Grenzen des mechanischen Überlebens und verwirklicht eine revolutionäres "Sein".

Die gesellschaftliche Guerilla benützt einfache Mittel und Formen, wie sie möglichst breit zugänglich sind. So kann sie Gewalt auf verschiedenen auf verschiedenen Ebenen und verschiedenen Bereichen einsetzen. Hauptsächlich wählt sie ideologische Ziele (politische Parteien, Zeitungen, Universitäten, Fernsehanstalten, Schulen, Ministerien) und verwandelt sich so in ein sehr starkes Ausdrucksmittel. Ihre propagandistische Kraft ist unermesslich.

Die Entwicklung neuer Auseinandersetzungen ist der Lieferant der bewaffneten Aktion. Die bewaffneten Initiativen verstärken die Fähigkeit zum Kämpfen und die wiederum die Guerilla. Es handelt sich um den genau umgekehrten Vorgang als beim konservativen Pazifismus.

Die gesellschaftliche Guerilla unterwirft sich nicht den vorgegebenen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen, sondern schafft die Kraft zu deren Umsturz. Es ist ein vielseitiger und komplexer Vorgang, der über die Gegenwart hinausreicht. Gewiss - wir sind nur ein kleiner Kern, aber wir sind uns sicher, dass wir ständig auf neue Fokusse des bewaffneten Kampfes stoßen werden. Der Pazifismus der traditionellen Linken, aber auch der der äußersten Linken, ist schon in eine Periode der unheilbaren Krise eingetreten. Diejenigen, welche die willenlose Unterwerfung unter den nicht mehr auszuhaltenden Druck der harmonisierenden "allgemeinen" Meinung verweigern, werden zweifellos die neuen lebendigen Kräfte des Klassenkampfes sein.

Wir sollten nicht vergessen, dass alles Neue aus dem Alten entsteht. Und noch weniger, dass die Menschen mit ihren eigenen Taten die Gegenwart zur Kritik an der Vergangenheit umwandeln.

"Christos Kasimis"  

Quelle: Libertad Archiv