Veranstaltung
Prozess gegen ELA
Prozess gegen 17.November
Haftbedingungen
Solidarität
Staat&Repression
Presse
Erklärungen
Fotos und Plakate
Hintergrund
Aktuelles
Europäisches Sozialforum
in Athen 2006


MAIL

Erklärung revolutionärer Volkskampf (ELA) Epanastatikos Laikos Agona

Athen, den 22.Mai 1985

Erklärung zur Ermordung des Genossen Christos Tsutuwis

Am 15. Mai um 16.30 hat in der Amfikiliastraße im Stadtteil Gisi ein Gefecht zwischen einer Gruppe Kämpfer und der Organen der innerstaatlichen Unterdrückung B.Bura, G. Degeni und G. Georgou stattgefunden. Die bewaffnete Auseinandersetzung entstand aus einer den Kämpfern gestellten, unter Beobachtung stehenden Falle und aus der hinterhältigen und verbrecherischen Frechheit der Sicherheitsorgane heraus, als sie versuchten, die beiden Kämpfer zu ermorden.

Der Kämpfer Christos Tsutsuwis wurde im Alter von 32 Jahren getötet - von den frevelhalften Kräften, welche die bewaffneten Staatsapparate des kapitalistischen-imperialistischen Systems einsetzen, um sich vor dem Klassen- und revolutionären Kampf zu schützen, der gegen sie geführt wird.

Wir haben eine Woche mit dieser Erklärung gewartet - aus zwei Gründen: einmal um sicher zu wissen, dass die Gruppe der Genossen von Christos Tsutsuwis vorübergehend außerstande ist, eine politische Erklärung zu dem Gefecht zu verfassen, das unmittelbar seinen Tod und danach den Ausbruch der bekannten innerstaatlichen Orgie von Desorientierung  und Polizei - Allmacht zur folge hatte;

zweitens um die Anstrengung aller verbündeten innenpolitischen Kräfte in ihrem vollem Umfang offen werden zu lassen, die auf die Diffamierung der Person des Kämpfers Christos Tsutsuwis und darin auf die Verleumdung der gesamten ideologischen und politischen Auffassung und Praxis der revolutionären und Volksgewalt gegen das kapitalistische - imperialistische System zielt.

Unsere politische Erklärung wendet sich an alle, besonders an die Proletarier und am meisten an die Kräfte der revolutionären Bewegung im Volk in unserem Land. Die möchte der Notwendigkeit nachkommen, die zugleich Verpflichtung der organisierten revolutionären und Volkskräfte zu Solidarität und Unterstützung der politischen Insurrektion, zur Bewältigung jeder Situation und jedes Angriffs und Aufklärung aller revolutionärer und Volkskräfte und aller Proletarier ist, so dass die wirksam mit der Waffe der Freiheit der Verwirrung, Desorientierung, dem Betrug und Terror entgegentreten können, die jedes Mal die verbündeten innenpolitischen Kräfte entfesseln.

Seit `76

Der Kämpfer Christos Tsutsuwis wurde 1976 Mitglied des "Revolutionären Volkskampfs - ELA - und nahm über mehrere Jahre an seiner gesamten revolutionären politischen Praxis teil. 1980 trat er aus dem ELA aus, um seinem eigenen Ziel zu folgen, dessen politischer Charakter nicht mit der ideologischen und politischen Praxis des ELA zusammenging.

Vor dem politischen Wechsel von der Junta -Regierung zur Regierung von Karamanlis am 27.7.1974 und dn letzten zwei bis drei Jahren der Junta - Diktatur (seit er 19 Jahre alt war), beteiligte er sich an der Aktivität einer politischen Gruppe des revolutionären Widerstands, die ganz sicher auf keinen Fall eine Gruppe der damaligen Gesamtgriechischen   Befreiungsbewegung (PAK) gewesen ist, weil PAK im Wesentlichen bloß eine oppositioneller Apparat einer der innenpolitischen Partei war.

Was auch seinerzeit und heute bei jeder sich bietenden Gelegenheit über die `Militärische Abteilung` verbreitet wurde, sie war auf der einen Seite nur demagogisch tätig ohne jeden revolutionären Inhalt oder Ziel und verweigerte anderseits jede Hilfe allem, was sie nicht total politisch und organisatorisch kontrollierte - eine Tatsache, die aus einer Vielzahl verschiedener Fälle bekannt und im Fall der Widerstandsgruppe von Alekis Panagulis weltbekannt geworden ist.

Der heute vom `militärisch Verantwortlichen` der damaligen PAK hinterhältig formulierte Unsinn, dass der Kämpfer Christos Tsutsuwis nicht Mitglied der PAK gewesen sei, weil er ihn sonst kennen würde wie alle anderen, und dazu noch, dass sie sowieso kein `Vertrauen` zu ihm gehabt hätten, weil er erst fünf Jahre nach der Machtergreifung der Diktatur Griechenland verlassen habe, und dabei bewusst den offensichtlichen Grund zu erwähnen vergisst, den wir oben genannt haben, nämlich dass jemand wie Christos Tsutsuwis Mitglied in der PAK   weder sein wollte noch konnte, enthüllt auch die Denkweise in den Apparaten von PAK. `Vertrauen` schenkte sie also nur denjenigen, die gleich oder sehr bald außer Landes gingen, während jeder, der in Griechenland blieb, und sogar wenn er wie Christos Tsutsuwis zu Beginn der Diktatur erst 14 Jahre alt war, dieses `Vertrauen` nicht wert war.

(Diese Denkweise erklärt uns außerdem wunderschön, wie leicht und über Jahre hindurch die geschickt in die `obersten militärischen Leitstellen` der PAK platzierten Spitzel ungestört Hunderte von Kämpfern, Mitarbeitern und Sympathisanten der PAK denunzierten - mit einer Normalität, in der alle anderen von ihrer Existenz überzeugt waren, ohne sie genau zu kennen, mit der Ausnahme der PAK, der sie bekannt waren.)

Nach der Diktatur setzte der Kämpfer Christos Tsutsuwis seine politische Praxis unter den neuen politischen Verhältnissen fort und arbeitete in verschiedenen politischen Initiativen mit, welche die Neugestaltung der Volks- und revolutionären Bewegung in unserem Land zum Ziel hatten.

Gegen AEG

In der Zeit, in welcher der Kämpfer Christos Tsutsuwis Mitglied des Revolutionären Volkskampfes war, 1976 - 1980, war er mit seiner ganzen Aktivität dabei. Er nahm direkt und indirekt an vielen Aktionen der revolutionären Volksgewalt gegen das kapitalistische - imperialistische Regime teil. Er arbeitete an vielen verschiedenen Punkten vom Gruppen mit politischer Initiative mit und half bei der publizistischen Tätigkeit sowie in der übrigen politischen Praxis von Gegenöffentlichkeit in den Jahren 1977 - 1980. In der Nach vom 19. auf den 20. Oktober 1977 war er Teil der ELA - Gruppe, die das Fertigwarenlager und die Büros der multinationalen Firma AEG in Brand setzten versuchte. Das Ziel dieser Aktion war die Unterstützung der deutschen revolutionären kämpfer, welche die westdeutsche regierung ermordet hatte, und zugleich ein konkreter Schlag gegen eine der wichtigsten Stützen des kapitalistisch - imperialistischen Regimes, was die multinationale Firma ist. Während dieser Aktion kann es zu einem bewaffneten Zusammenstoß mit den Organen der staatlichen Unterdrückung, K. Plessa und I. Stergiu, der den Tod des Gründungsmitglied der ELA, Christos Kassimis, zur Folge hatte. Gleich nach dem Tod von Christos Tsutsuwis haben alle Organe des kapitalistischen - imperialistischen Systems, Regierung, Opposition, offizielle Parteien, Polizei - und anderen Kräfte der staatlichen Repression und die Medien mal wieder die übliche Orgie der Desinformation und Terror gegen die Allgemeinheit, die Proletarier und die revolutionären Volkskräfte entfesselt.

So haben die verbündeten innenpolitischen Regierungskräfte

- die Wirklichkeit verdreht und die Kämpfer als "Kriminelle" und die kriminellen Elemente des bewaffneten Polizeiapparates zum Schutz ihres schmutzigen Regimes als `heroische Opfer` dargestellt:

- sofort die falsche `Nachricht` in Umlauf gesetzt, dass der eine Kämpfer den anderen getötet habe, dasselbe also, was sie schon nach dem bewaffneten Zusammenstoß bei AEG am 19./20. Oktober 1977 getan haben. Diesmal nahmen sie die falsche `Information` zurück, nachdem sie sie natürlich verbreitet hatten, um die Leute, irrezuführen. Als im Oktober 1077, wo wie heute Wahlkampfzeit war (zu den Wahlen im November 1977), die rechte Regierung versuchte, diese Desinformation durchzusetzen, haben wir es geschafft, sie und die wirkliche Dimension aller Ereignisse der damaligen Periode aufzudecken. So wurde auch unseren und allen   anderen Volks - und revolutionären Kräfte wirksam geholfen und sie politisch unterstützt , um den Angriff der Regimekräfte und ihre Machenschaften abzuwehren und zugleich zurückzuschlagen und stärker zu werden in diesem konkreten Kampf, die viele Monate dauerte.

Natürlich hat der Parteiapparat der damaligen Opposition die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, unsere Situation zu "benützen" - mit dem alleinigen Ziel, die verschiedenen Wahlvorteile zu erlangen. Heute, da die damalige Opposition die Regierung stellt, hat der gleiche Parteiapparat nicht gezögert seine bewusste Lügenpropaganda loszulassen und so selbst deutlich zu machen, dass das