Athen: Bombe auf Polizei als Vergeltungsschlag
Ein
toter und dreizehn Verletzte/ Gezielter Angriff auf einen Kleinbus
/ Papandreou warnt vor Destabilisierung in Griechenland
Aus Athen Georg Schwarz
Bei einem Bombenanschlag auf einen Polizeibus
sind am Dienstag in der Athener Innenstadt ein Polizist und dreizehn
Beamte verletzt worden. Der Anschlag war offenbar ein Vergeltungsschlag
für die Erschießung des 15jährigen Michalis Kaltezis
durch einen Polizisten vor zehn Tagen.
Am Dienstagabend um 21.30 Uhr waren drei Polizeiwannen
von Polizeihauptquartier der Spezialeinheiten zum Schichtwechsel
in Richtung des Athener Zentrums gestartet. Wenige Minuten danach
explodierte auf ihrem Weg eine Autobombe, die den mittleren Polizeibus
völlig zerstörte, wobei 14 Polizisten teilweise schwer
verletzt wurden, einer von ihnen ist am Mittwochmorgen seinen Verletzungen
erlegen, ein zweiter befindet sich "in kritischen Zustand".
Wie Augenzeugen berichten, hatten drei junge
Männer wenige Sekunden vor der Explosion Passanten mit den
Worten "Verschwindet! Explosion!" gewarnt. Diese Vorsichtsmaßnahmen,
das genaue Timing des Anschlags und die ferngesteuerte Zündung
der Autobombe zeigen, dass es sich diesmal nicht um eine spontane
Aktion, sondern um einen genau geplantenAngriff handelt, als gezielte
Vergeltungsaktion für dien Todesschuss auf Michalis Kaltezis.
Der Polizist Melistas, der Kaltezis erschossen hat, befindet sich
weiter auf freiem Fuß.
Die Polizei reagierte in der Nach auf Mittwoch
mit einer "wilden Menschjagd" auf den Anschlag, wobei
Hunderte von Personen willkürlich verhaftet wurden. Dennoch
hat die Polizei bisher keine Hinweise auf die Täter. Es gab
allerdings einen Bekenneranruf bei der linksliberalen Zeitung "Elefterotypia",
wonach die Stadt-Guerilla-Organisation "17. November"
für den Anschlag verantwortlich sein soll.
Die genannte Gruppe war in den letzten zehn
Jahren durch eine Reihe von Anschlägen gegen CIA-Agenten, Polizisten
und Persönlichkeiten, die mit der Diktatur sympathisierten,
hervorgetreten.
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