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Europäisches Sozialforum in Athen 2006
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Protest gegen
"Hellasgate"
Griechische Linke
demonstriert gegen illegale Überwachung. Urheber in der US-Botschaft
vermutet
Heike Schrader,
Athen
Das Nest der Überwacher
ist die US-Botschaft!« riefen die gut 600
Demonstranten, als sie am Donnerstag abend durch die Athener Innenstadt
vor die diplomatische Vertretung Washingtons zogen. Anlaß des Protests,
zu der eine ganze Reihe von Organisationen der außerparlamentarischen
Linken aufgerufen hatte, bot der Abhörskandal, von dem das Land
seit über einer Woche erschüttert wird. Rund einhundert Personen,
darunter der Ministerpräsident und das halbe Kabinett, waren demnach
vom Sommer 2004 - also kurz vor Beginn der Olympischen Spiele in
Athen - bis zum März letzten Jahres abgehört worden. Auf der Liste
der Opfer finden sich Spitzenbeamte aus Polizei, Militär und Geheimdienst
in trauter Eintracht mit bekannten Persönlichkeiten der außerparlamentarischen
Opposition.
Obwohl die griechischen Behörden seit März vergangenen Jahres informiert
sind, liefen alle Ermittlungen ins Leere. Die Zielpersonen und die
verwendete Technik lassen jedoch einen geheimdienstlichen Hintergrund
vermuten. Vielfach dominiert die Meinung, daß die Täter im Umkreis
der US-Geheimdienste zu suchen sind. Nicht die Regierung, sondern
jede oppositionelle Bewegung sei das Ziel dieser und vergleichbarer
Aktionen, meinten viele der Demonstrationsteilnehmer am Donnerstag.
Den eigentlichen Skandal sahen sie weniger in dem konkreten Fall,
sondern in der völlig legalen Überwachung der Menschen in ganz Europa.
Unter dem Vorwand der »Terrorbekämpfung« sei die Überwachung öffentlicher
Räume mit Kameras eingeführt und ausgeweitet worden. Erst jüngst
wurde in der EU die umfassende Speicherung des europaweiten Telefon-
und E-Mail-Verkehrs beschlossen.
Überwachungsstaat und der Abbau demokratischer Rechte werden dabei
in direktem Zusammenhang mit der aggressiven Politik des Westens
gegenüber jeglichem Widerstand gegen imperiale Projekte gesehen.
Lautstark forderten die Demonstranten eine Beendigung der Besatzung
in Afghanistan und Irak.
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