Griechenland: 24h Generalstreik am 15. März
von nightwatch - 16.03.2006 07:30
indy-media
Am 15. März fand in Griechenland ein Generalstreik gegen mehrere
von der Regierung angedachte Reformen und die Privatisierung von
staatlichen Unternehmen statt.
Gewerkschaftskreise berichten von einer Beteiligung von 90% aller
Angestellten des öffentlichen und 70% des privaten Sektors.
Von Seiten der Arbeitgeber kommen geringere Zahlen und dort spricht
man von insgesamt 400.000 Streikenden, wogegen Gewerkschaften von
2.500.000 ArbeiterInnen im Ausstand ausgehen.
Aufgrund der erfolgreichen Mobilisierung der Gewerkschaften wurde
der öffentlichen Dienst und der Verkehr am Mittwoch massiv behindert
beziehungsweise kam zum Erliegen.
Dieser 24-stündige Generalstreik war die Antwort auf die fortschreitenden
Versuche der doch relativ konservativen griechischen Regierung die
Wirtschaft mittels Privatisierungen zu reformieren.
Der Konflikt zwischen Regierung und Arbeitnehmerseite spitzt sich
seit einiger Zeit immer weiter zu, und so war der gestrige Tag ein
Erfolg für die Gewerkschaften. Insbesondere im Großraum Athen waren
die Auswirkungen des Streiks zu spüren. Dort ging fast nichts mehr,
da Schulen, Krankenhäuser, Banken und viele öffentliche Einrichtungen
geschlossen waren.
Es gab mehrere Demonstrationen und Kundgebungen der verschiedenen
Gewerkschaftsgruppen.
Ebenfalls in Athen kam es zu Zusammenstößen von Demonstranten mit
der Polizei, als diese versuchte die Demonstration einzukreisen.
Dabei wurden 5 Menschen verletzt und ins Krankenhaus gebracht.Ein
Pensionär, mit blutüberströmten Gesicht, wurde im Anschluß darauf
vom Staatssender NET interviewt. Er berichtete das die Polizei die
Demonstranten angriff, als diese sich lautstark gegen den beginnenden
Wanderkessel der Polizei beschwerten. Er rief dann den Polizisten
entgegen das er ein Rentner sei und versucht die Leute zu schützen,
worauf ein Polizist antwortete "du hättest zu Hause bleiben sollen,
alter Mann" und ihm dann ins Gesicht schlug.
Caballeros ("motorcycle drivers-activists") hielten außerdem eine
Demosntration mit rund 500 Teilnehmern zur Mittagszeit ab.
Gegen 14 Uhr griffen rund 200 AnarchistInnen das Arbeitsministerium
an. Dabei wurden Farbbomben gegen die Fassade geworfen sowie alle
Scheiben im Erdgeschoss eingeworfen.
|